Elternzeit stärkt die Familie und fördert die Gleichstellung

Mit nur gerade 14 Wochen Mutterschutz und 2 Wochen Vaterschaftsurlaub hinkt die Schweiz anderen europäischen Staaten meilenweit hinterher. Mit einem Ja zur Elternzeit-Initiative am 15. Mai kann der Kanton Zürich eine Vorbildrolle übernehmen, denn die Elternzeit fördert die Gleichstellung und stärkt die Familie.

«Elternzeit fördert nachweislich die Gleichstellung», eröffnet Priska Seiler Graf, Nationalrätin der SP, die Medienkonferenz des überparteilichen Ja-Komitee zur Elternzeit-Initiative. «Viele Paare fallen ungewollt in ein Rollenmodell hinein, bei dem die Mutter den grössten Teil der Haus- und Erziehungsarbeit übernimmt und der Vater die Erwerbsarbeit. Die Elternzeit kann dies ändern, indem sie beiden Elternteilen je 18 Wochen Elternzeit ermöglicht. Traditionelle Rollenmuster mitsamt ihren weitreichenden Konsequenzen können so hinterfragt und neu definiert werden.» Eine gleichberechtigtere Rollenverteilung ermöglicht es zudem mehr Müttern, nach der Elternzeit wieder in ihren Beruf zurückzukehren und ihr Pensum nicht oder weniger stark zu reduzieren.

Rosmarie Quadranti, Mitte-Stadträtin von Illnau-Effretikon, betont die positiven Auswirkungen der Elternzeit aus volkswirtschaftlicher Sicht: «Es lohnt sich für die öffentliche Hand, die Wirtschaft und auch für KMUs in Elternzeit zu investieren.» So kommt eine Studie zum Schluss, dass die Erhöhung der Erwerbstätigkeit der Frauen um nur 1 Prozent bereits genügend Steuereinnahmen generiert, um eine 100 Prozent entschädigte Elternzeit von 18 bis 20 Wochen zu kompensieren. Eine Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen schwächt ausserdem den Fachkräftemangel ab.

Der Grüne Kantonsrat Florian Heer führt weiter aus, wie die Familie als Ganzes von einer Elternzeit profitiert, da die Eltern die Verantwortung in der Kinderbetreuung besser unter sich aufteilen können. Die Elternzeit wirkt sich positiv auf die Gesundheit von Vater, Mutter und Kind aus. «Elternzeit hat eine positive Auswirkung auf die physische Gesundheit von Kindern im ersten Geburtsjahr und führt zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit der Mütter.» Auch die Vater-Kind-Beziehung wird gestärkt: «Bereits eine kurze Elternzeit der Väter von wenigen Wochen führt zu einem grösseren familiären Engagement, einer intensiveren Beteiligung an der Kinderbetreuung und erhöht die Erziehungskompetenz der Väter.»

Sabina Erni vom Kaufmännischen Verband Zürich betont die grosse Bedeutung einer Elternzeit für die Arbeitnehmenden – insbesondere Frauen. «Die Doppelbelastung von Beruf und Familie wird nach wie vor zu einem Grossteil von den Frauen getragen», so Erni. Während vor der Geburt des ersten Kindes noch 88,6 Prozent der Frauen berufstätig sind, fällt diese Zahl nach der Geburt des zweiten Kindes auf nur noch 61,4 Prozent. «Die Elternzeit-Initiative führt zu einer Zunahme der Erwerbstätigkeit der Mütter und mindert die Diskriminierung von Frauen bei Anstellungsentscheiden, Löhnen und Karrierechancen», hält Erni fest. Eine Reihe von Studien weist zudem nach, dass Elternzeit zu einer ausgeglichenen Arbeitsteilung im Haushalt und bei der Kinderbetreuungsarbeit führt sowie die Akzeptanz für Kinderbetreuungsausgaben erhöht.

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